Baulöwe auf conject Party / Top-Anwalt befragt Schneider zur Bankenkrise
Moderner Robin Hood?
Manche nennen ihn einen modernen Robin Hood, andere halten ihn schlicht für ein „No-Go“. Nun ist er wieder aufgetaucht und zwar pünktlich zur großen Party von conject am Vorabend der EXPO REAL. „Die trauen sich was“, so ein Feedback der Gäste. Auch andere fanden es riskant – zum Schluss aber gelungen.
Alles nur Peanuts?
Was vor allem an der ausgezeichneten Moderation lag und daran, dass der Überraschungsgast sehr offen auch über das sprach, was vor mehr als einem Jahrzehnt zum Wirtschaftsskandal par excellence mutierte: Dr. Jürgen Schneider und seine „peanuts“. Der Baulöwe, der zum Schluss nicht nur hübsch restaurierte Altbauten hinterließ sondern zugleich einen Schuldenberg, der sich gewaschen hatte: 5 Milliarden DM. Im Vergleich zur diesjährigen Immobilienkrise wirklich eher bescheiden, aus Sicht Betroffener auch heute noch eine Unverfrorenheit. Dennoch oder gerade deshalb: conject hatte den 74jährigen zum Interview über die Immobilienmärkte von heute und morgen eingeladen. Die Geschlossene Gesellschaft war mit 400 Gästen komplett ausgebucht.
Ein durchaus mutiges Unterfangen. Aber wer conject kennt und schätzt, war letztlich nicht überrascht. „Wir haben uns den Auftritt eines rechtskräftig verurteilten Immobilien-Investors nicht leicht gemacht“, so conject CFO Philip von Ditfurth. „Letztlich überzeugte uns, dass er seine Fehler nicht verbirgt und seine Strafe verbüßt hat.“ Und: Ein Top-Anwalt gab die Fragen vor - Prof. Horst Franke, Seniorpartner der auf Baurecht spezialisierten Kanzlei HFK Rechtsanwälte. Er holte aus seinem Talkgast nicht nur interessante Aussagen zum Verhältnis Banken und Immobilien heraus sondern lag mit seinem Interview grundsätzlich im Trend der Zeit. So stellte der Jurist mit Blick auf den Immobilienmarkt von heute fest: "Der Immobiliensektor ist nicht anfälliger für "Kriminelles" als andere Wirtschaftsbereiche.“ Aus seiner Sicht sei jedoch das große Problem: „Der Wert einer Immobilie ist nicht nur schwer bestimmbar, sondern durch vielerlei äußere Faktoren höchst schwankend.“
Bekenntnisse eines Baulöwen
Franke verwies auf ein Zitat von Jürgen Schneider, der in seinem Buch „Bekenntnisse eines Baulöwen“ geschrieben hat: "Es bestehen Zwänge in einer Marktwirtschaft, die den offenen Auftritt als Privatmann weniger belohnen, als das dezente Strippenziehen hinter den Kulissen formaljuristischer Konzeptionen."
Schneider selbst sieht die derzeitige Welt nicht zuletzt aufgrund der Finanzkrise im Umbruch. Was die Banken heute teilweise zu verantworten hätten, grenze an Kriminalität und sei Untreue an den eigenen Aktionären. Die Immobilien Zeitung titelte nach seinem Auftritt: „Schneider liest Finanzbranche die Leviten“. Wenn er aber auch - mit sich selbst wie den Banken - hart ins Gericht ging, als der große Bankenbeschimpfer gilt Schneider nicht. Denn er weiß zu gut, dass es genau die Banker waren, die ihm die Kredite gaben, um seinen Lebenstraum zu verwirklichen: Die aufwändige Sanierung historischer Immobilien, Schneiders Markenzeichen bis heute.
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So berichtet die Immobilien Zeitung...
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